Gestern war ein aufregender Tag: morgens hatte ich das letzte Interview anberaunt, mit einem angeblichen Killer. Das war ein Goldjunge, mit einer erstaunlich ausgeprägten sozialen Kompetenz, Socializer pur! Der aber die Theorie bestätigte, dass gerade Socializer zu Killerverhalten tendieren, wenn sie in ihrer Affiliation frustriert werden.
Mittags hatte ich dann Besprechung mit Hrn. Dörner, der momentan in, nein, an der Nervenklinik sitzt! :)
Die Uni hat ein neues Gebäude in Bamberg, oben auf dem Michelsberg. Wunderschöne Aussicht aus dem obersten Stock. Aber der Keller ist mit der Nervenklinik verbunden. Und es ist so einsam dort oben, dass die Hausmeister die Tore und Türe gar nicht erst aufschließen.
Ich habe fast 15 (!!) Min gebraucht, um rauszukommen und habe es zum Schluss nur Dank Lenas Führung geschafft! :)
Das Gespräch mit Hrn. Dörner selber war wie immer super angeregt, anregend und interessant - auch schon bevor er mir erzählte, dass seine Fische im Teich spielen und ihn absichtlich nass machen! :))
Wir haben meine Spieltheorie durchdiskutiert, und jetzt bin ich dabei, sie zu ergänzen, umformulieren wo nötig und im Vergleich zu anderen Spieltheorien zu stellen.
Man bleibe gespannt, was dabei rauskommt! :)
Freitag, 31. August 2007
Das letzte Interview und Besprechung mit Dörner
Dienstag, 28. August 2007
"Hunde spielen nicht im Wald"
:)
:D
ROFL!!!!
Aber eigentlich muss ich dieser obigen Aussage dankbar sein, denn sie hatte eine sehr produktive Diskussion zur Folge, die den ganzen Nachmittag andauerte und einen bleibenden Eindruck auf meine Spieltheorie hinterlassen hat.
Heute war ein sehr bewegter Tag, der damit losging, dass ich eine Mail aus (/copy) Phnom Penh (/paste), Kambodscha, bekam, und zwar von Thomas Wanhoff, dessen Wissenschaftssendung ich schon seit längerer Zeit verfolge - und neuerdings auch kommentiere. Vorgestern war es schon lustig, als er am Ende des Podcasts ein Kommentar von mir aufgriff, und mir die Reichweite von Web 2.0 auf einmal deutlich vor Augen stand. Da sitzt jemand in Kambodscha und denkt und spricht irgendwas aus wegen etwas, was ich gesagt habe. Kambodscha!! Ich weiß noch nicht mals wo das wirklich liegt!!! :)
Naja, wir sind auf jeden Fall mal ins Gespräch gekommen, vllt. kann ich etwas zu seiner Sendung beitragen, vllt. kann er mir mit der Vorliebe der Asiaten für Computerspiele weiterhelfen. Wir gucken mal, was sich entwickelt.
Danach habe ich ein bisschen gexingt (nein, bitte, das habe ich nicht gerade frisch kreiert, oder??) und ein Paar Leute noch ausfindig gemacht, deren Visitenkarten ich zwar nicht hatte, denen ich aber eine gegeben hatte, so dass sie mich dort finden konnten! :)
Wirklich wahr, ich bin jeden Tag überraschter von diesen vielen Möglichkeiten.
Dann kam mir per Skype die Meldung, Hunde würden im Wald nicht einfach spielen, wenn man sie frei ließe. Ach, nein??
Fuchur war heute sehr fleißig beim Bestätigen der Mayerschen Spieltheorie, und hier ist der Beweis!! :)
Wenn das nicht spielen ist, mein lieber Kashi... Dann weiß ich auch nicht weiter.
Aber: es hatte den großen Vorteil, dass wir das per Skype ausdiskutiert haben, eine Unterscheidung zwischen "brincar" (also das Kinderspiel) und "jogar" (das Erwachsenen- oder Regelspiel) getroffen haben, und insgesamt mit der Mayerischen Spieltheorie viel weiter gekommen sind. Statt 37 Seiten zusammengeschnippelter Theorie von 26 Autoren habe ich jetzt 8 Seiten Mayer pur!! Das werde ich jetzt noch mit einigen anderen Autoren vergleichen, widersprechen oder ergänzen, aber dann wäre es das mit der Spieltheorie. Plötzlich fange ich doch wieder an zu hoffen, es könnte noch was werden.
Und das alles dank meines Horoskops (auf der iGoogle Startseite integriert! :D), das nämlich gestern sagte: "You are often so filled with ideas that it can be difficult to know which ones are most relevant. Therefore, it comes in handy that you are pressured to make choices today. Don't resist, for this is truly for your own good. It's about the growth that comes from letting go."
Die nächsten 2 Tage arbeite ich wieder in Bamberg, ab Freitag bin ich nochmal für volle 2 Wochen zu Hause, und dann werden wir schon sehen, was dabei rauskommt.
In diesem Sinne... Gute Nacht, und wer nicht schlafen kann sollte sich heute abend raussetzen und den vollen Mond genießen, er ist nämlich wunderschön!! (<= da sieht man, dass ich heute glücklich bin ;) ).
Montag, 27. August 2007
Spielen oder nicht Spielen...
Das ist hier die Frage.
Nach der aufkeimenden Verzweiflung über insgesamt 800 Seiten Dissmaterial beschloss ich, alles von vorne anzufangen. Neuschreiben ist einfacher als kürzen, so eine allgemeinbekannte Dissweisheit.
Als erstes, also, statt wohlbekannte Spieltheorien zu zitieren / zusammenzufassen (was unzählige vor mir bereits sehr gut gemacht haben, an dieser Stelle seien KNOLL, Joachim H, KOLFHAUS, Stephan, PFEIFER, Susanne & SWOBODA, Wolfgang H. Das Bildschirmspiel im Alltag Jugendlicher. Opladen: Leske + Budrich, 1986 und DÜSSLER, Stefan. Computerspiel und Narzißmus. Eschborn bei Frankfurt a.M.: Verlag Dietmar Klotz, 1989 zitiert), lieber eine eigene Spieltheorie aufstellen.
Im Grunde genommen ist es (anfangs) gar nicht so schwer: man leine seinen (idealerweise 1jährigen) Hund ans Fahrrad, fahre in den Wald und lasse den Hund an einer idyllischen Stelle (Bach, Sand, Schlamm, Zweige auf dem Boden, Bäume, und eine gemütliche Bank fürs Frauchen) wieder los. Man setze sich ruhig hin, warte einige Minuten ab, beobachte seinen Hund genau und schaue was passiert. So. Schon hat man seine Spieltheorie: Spielen ist eine Handlung die dann entsteht, wenn andere (physische) Bedürfnisse befriedigt oder vernachlässigbar vorhanden sind. Sie ist körperlich oder kognitiv aktiv, und wechselt sich mit Momenten des aktiven Explorierens ab. Sie dient an erster Stelle der Spaßentstehung, also der Bedürfnisbefriedigung. Welches Bedürfnis wird dabei befriedigt? Das Kompetenzbedürfnis natürlich. Und zwar mit dem Mechanismus, den Christoph Klimmt (KLIMMT, Christoph. Computerspielen als Handlung. Unterhaltungsforschung, 2. Köln: Halem, 2006) treffend mit Selbstwirksamkeit bezeichnet hat.
Also: der Hund spielt, weil ihn das glücklich macht, und es macht ihn glücklich weil es sein Kompetenzbedürfnis befriedigt.
War doch gar nicht schwer.
Wie unterscheidet man nun Spiel von anderen kompetenzerzeugenden Aktivitäten?
Da wirds schwieriger. Ich dachte, den Unterschied an der Bewegung festmachen zu können (bei Kinderspielen wird ständig gerannt, getollt oder sonst was "gemacht", bei Brett- und Computerspielen findet eine stellvertretende Bewegung statt, der Spielfigur bzw. des Avatars), allerdings stellen sich da 2 Fragen: Sport ist Bewegung, aber meistens kein Spiel, und beim Kartenspiel kann ich beim besten Willen keine Bewegung finden.
Was mich zu einen weiteren Punkt führt: sind Erwachsenenspiele und Kinderspiele überhaupt soweit ähnlich, dass man sie unter einem gemeinsamen Begriff subsumieren und zusammen definieren könnte?
Und so kam ich zu der Unterscheidung, die im Portugiesischen gemacht wird (erstaunlich dass mir das erst heute kam, obwohl ich schon so lange mit diesem Thema arbeite): da spricht man von "brincar" bei z.B. Verstecken, Fangen, aber auch mit Spielzeugen spielen und sogar "witzeln", und von "jogar" andererseits. Mit zweiteren sind Regel- aber auch Ballspiele gemeint. Jetzt die beiden genauer und präziser zu formulieren ist gar keine einfache Aufgabe - und deswegen muss ich jetzt noch ein Paar Leute anrufen, die mir dann helfen dürfen.
(Die komplette Spieldefinition der Mayerischen Spieltheorie folgt! Vorschläge werden gerne gesehen!)
